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Überblick

Die Marianistischen Apostolatsgruppen (MAG) bestehen aus Laien, die sich für einen Glauben in der marianistischen Spiritualität entschieden haben. Die Mitglieder dieser Gruppen gehen im zivilen Leben verschiedenen Berufen nach und leben in unterschiedlichen Regionen. Sie interessieren sich aber für den Weg, den P. Chaminade mit den ersten Laien bereits 1801 beschritten hat und treffen sich regelmäßig zu persönlichem und spirituellem Austausch und Wachstum. Jede Gruppe, die entsteht, hat auch unterschiedliche Schwerpunkte:
Marianistische Apostolatsgruppen, die im Rahmen des Wirkungsfeldes Schule entstanden sind, sehen ihre Aufgabe in der Förderung der Erziehung. Andere legen den Schwerpunkt auf spirituelles Wachstum und wieder andere Gruppen auf soziales Engagement und Unterstützung ärmerer Regionen. 
Die Gruppen basieren auf Freiwilligkeit und Übernahme von Verantwortung, die Häufigkeit der Treffen hängt von den zeitlichen Möglichkeiten ab, meist aber ist ein Treffen pro Monat möglich. 

Die drei Anfangsbuchstaben weisen auf die  wichtigsten Eigenschaften hin:
 
 M – Maria: Wir befassen uns mit der Spiritualität P. Chaminades. Maria spielt
 in unserem Glauben eine wichtige Rolle. Mit Maria zu Jesus gehen und Jesus
 ähnlich werden. Wir können und dürfen mit Maria unseren Lebensweg gehen,
 der Freude und Leid beinhaltet. Auch Maria hat in ihrem Leben beides kennengelernt, die Freude bei der Geburt ihres Kindes und das Leid beim Kreuzweg.
 
A – Apostolat: Wir sollen bereit sein, unser Leben zu teilen, unseren Glauben weiterzugeben und auch finanziell etwas beizutragen. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch der jährliche Solidaritätsbeitrag (1 Stundenlohn des jeweiligen Landes). Damit kann die weltweite Organisation bestehen und mit diesem Geld können MAG-Geschwister in ärmeren Ländern unterstützt werden.
 
G – Gemeinschaft: Gemeinschaft leben in der Gruppe und sich auch zugehörig wissen und fühlen zur weltweiten Marianistischen Familie.
Bei den Treffen werden wir im Glauben gestärkt, für das Apostolat ermutigt und mit Freude über die Gemeinschaft beschenkt.



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Die Wurzeln der Marianistischen Laiengruppen

Der Gründer der Marianistischen Familie heißt P. Wilhelm Josef Chaminade.
Er war Priester in Bordeaux in Frankreich während der schwierigen Zeit der Französischen Revolution. Sehr oft musste er seine Dienste als Seelsorger im Untergrund und geheim verrichten. Da die Situation der Kirche und der Priester in Frankreich immer schlimmer wurde, musste er im September 1797 nach Spanien ins Exil. Drei Jahre verbrachte er in Saragossa und betete viel vor dem Marienheiligtum „Unsere Liebe Frau von der Säule“.
Im Jahr 1800 kehrte P. Chaminade nach Bordeaux zurück. Natürlich hatte die Französische Revolution ihre Spuren hinterlassen. Die große Masse hatte sich der christlichen Religion entfremdet. Glaube und Kirche waren für viele kein Thema mehr.
P. Chaminade hatte eine Vision, die es umzusetzen galt.
Er spürte den Auftrag und seine Sendung, religiöse Gemeinschaften zu bilden, wo der Glaube wieder Wurzeln schlagen konnte. Er wollte als „Apostolischer Missionar“ bei den Menschen sein, sie auf den richtigen Weg führen und sie begleiten.
So kam es zur Gründung der Marianistischen Familie, die aus vier verschiedenen Zweigen besteht.
Im Dezember 1800 begann er mit dem ersten Zweig, den Marianistischen Apostolatsgruppen, die aus Laien bestehen und sich in der Magdalene-Kirche versammelten.
 
Heute gibt es davon weltweit ca. 8000 Mitglieder.
Der Zweig der Laien ist seit dem 2. Vatikanum wieder stärker geworden und hat seit dem ersten Internationalen Treffen in Chile 1993 eine eigene weltweite Organisation.
Seit 25. März 2000 gehört die MAG zu den kirchlich anerkannten Laienbewegungen. 

 
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Marianistische Apostolatsgruppen in der Region Österreich-Deutschland

MAG-Agape

Am Weltgebetstag der Marianistischen Familie 1987 entstand die erste MAG: Es war eine Gruppe von von sieben Personen, die öfter zu Seminaren auf den Greisinghof kamen und sich MAG-Emmaus nannten. 
 
Heute gibt es fünf MAG-Gruppen und jede Gruppe hat einen eigenen Namen, den sie  selbst gewählt hat. Die Gruppe hat eine/n Laienverantwortliche/n und einen Marianisten als geistlichen Begleiter: 
MAG-Agape in Fulda, Hessen
MAG-Emmaus im Raum OÖ
MAG-Greisinghof in Tragwein, OÖ
MAG-Tabor in Wartberg / Krems, OÖ
MAG-Albertus Magnus Schule, Wien
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MAG-Emmaus

Es ist wichtig, dass sich die verschiedenen MAG-Gruppen und die Marianisten treffen und Kontakt haben. Das „Marianistische Zentrum“ ist der Greisinghof. Wir feiern gemeinsam das Fest unseres Seligen P. Jakob Gapp am 13. August, den Weltgebetstag der Marianistischen Familie im Oktober und den Gedenktag unseres seligen Gründers am 22. Jänner.
 
Am Weltgebetstag im Oktober 2006 gründeten wir den Marianistischen Familienrat. Marianisten und Marianistische Laien treffen sich einmal im Jahr, um miteinander im Geist der Marianistischen Familie zu arbeiten, zu planen und zu beten.
 
Dabei besprechen und vertiefen wir gemeinsam die Hauptpunkte der Marianistischen Familie:
 
1. Die Spiritualität P. Chaminades immer besser kennenlernen.
Dafür treffen wir uns jedes Jahr im Jänner zu Besinnungstagen „Marianistisch leben“, die von Marianisten und Laien gestaltet werden.
 
2. Einander begegnen und Gemeinschaft erleben.
Ein Marianistischer Familientag am Samstag nach Pfingsten bietet eine gute Möglichkeit, Familie sein, einen Ausflug genießen, Zeit für Gespräche haben, Gottesdienst feiern.
 
3. Sich für eine gemeinsame Mission, für ein konkretes soziales Projekt einsetzen.

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MAG-Tabor

Im Sommer 2009 fuhren Marianisten und MAG-Mitglieder nach Albanien in eine kleine Kommunität der Marianisten. Die Mitbrüder zeigten uns vor Ort, wo wir helfen können. Sie betreiben eine hauseigene Druckerei, wo sie Schulbücher und religiöse Schriften herstellen. Ihr besonderer Einsatz gilt Roma-Kindern und deren Familien. Sie bekommen Hilfe, Begleitung und Unterstützung, dass den Kindern eine Schulbildung ermöglicht wird. So kommen sie vom Betteldasein weg.
Unsere Marianistische Familie erklärte sich bereit, einer ganzen Klasse den Schulbesuch zu finanzieren. Dafür wurde auch die Möglichkeit einer Schülerpatenschaft ins Leben gerufen. Mittlerweile leben keine Marianisten mehr in Albanien, aber es besteht eine Zusammenarbeit mit der Caritas um das Projekt weiter zu unterstützen. 

Derzeit wird die Zusammenarbeit in der Marianistischen Familie immer enger. Der Weltfamilienrat betont immer mehr die Gemeinsamkeiten und das gemeinsame Charisma aller vier Zweige. 

Aktuelle Schwerpunkte sind:

Persönliche Weiterbildung im Charisma Pater Chaminads, Gemeinsame Projekte der Marianistischen Familie, Sorge um die Jugend, Zusammenarbeit mit der Weltkirche, Nachhaltigkeit.

Verantwortlicher für die Region: Alfred Egger
Geistlicher Begleiter:  P. Hans Eidenberger SM