Marianisten

Wilhelm Josef Chaminade
(Gründer der Marianisten)

Wilhelm Josef Chaminade wurde 1761 in Perigeux (Frankreich) geboren. 1785 wurde er zum Priester geweiht. In der Französischen Revolution weigerte er sich, der vom Staat organisierten „konstitutionellen Kirche“ beizutreten, er stellte sich der treugebliebenen katholischen Untergrundkirche zur Verfügung. In den Zeiten der Verfolgung erkannte er, dass Laien- insbesondere Frauen – die Kirche durch ihren Mut und ihre Treue am Leben erhielten.
1797 musste er Frankreich verlassen. Er wandte sich nach Saragossa in Spanien. In den drei Jahren des Exils hatte er viel Zeit, im Heiligtum „Unserer Lieben Frau von der Säule“ über sein zukünftiges Wirken in Frankreich nach der Revolution nachzudenken. 1800 durfte er in seine Heimat zurück.


In Bordeaux sammelte er sofort junge Leute um sich. Da die wenigen Katholiken in großer Isolation lebten, legte er großes Gewicht auf das Erlebnis der Gemeinschaft. Mit 12 jungen Männern gründete er 1801 die Kongregation. Bald wurde eine Aufgliederung in mehrere Gruppen notwendig: für Burschen und Mädchen, für Frauen und Männer.

Die Mitglieder führten ein intensives Gemeinschaftsleben, kamen zu Gottesdiensten zusammen, übernahmen soziale Aufgaben, gründeten eine Schule und vieles mehr. Chaminade war die Seele des ganzen. Diese Kongregation kann unter vielen Gesichtspunkten als eine Vorform der im 20. Jahrhundert entstandenen „Katholischen Aktion“ gesehen werden.

Die Kongregation verbreitete sich bald über die Stadt Bordeaux hinaus. Bestehende Gruppen mit ähnlichen Zielen schlossen sich der Kongregation in Bordeaux an. Zwei enge Mitarbeiterinnen, junge Adelige (Adele de Trenquelléon und Maria Theresia de Lamourous) gründeten ein Haus, wo zahlreiche Prostituierte eine Zufluch fanden und einen Beruf erlernen konnten.
Adele de Trenquelléon gründete 1816 mit Chaminade einen Frauenorden, der als „Marianistenschwestern“ heute in vielen Ländern präsent ist.

1817 gründete Pater Chaminade den Orden der Marianisten. Es sollte für die damalige Zeit eine ganz neue Form des Ordenslebens sein: ein intensives Gemeinschaftsleben, keine Ordenstracht, Priester und Laien haben in der Gemeinschaft gleiche Recht und Pflichten, ihre Tätigkeit sollte sich auf alle Möglichkeiten des Apostolates erstrecken. Das „Werk des Herzens“ sollte weiterhin die Kongregation sein.
Die Marianisten sollten die Haltungen Mariens – ihren Glauben, ihre Demut, ihre Sorge um die Kirche – in sich entfalten. Zu ihrer Ehre würden sie überhaupt das Ordensleben ergreifen.
Sehr früh kristallisierte sich die Schule als wichtigstes Apostolatsfeld heraus, bald kam auch die Lehrerbildung dazu.
Nach wenigen Jahren verbreitete sich der Orden über Frankreich hinaus.

1850 verstarb Wilhelm Josef Chaminade in Bordeaux. „Der Heilige ist gestorben“, sagte das einfache Volk.
Die Gründungen Chaminades – die Kongregation, heute „Marianistische Apostolatsgruppen“ genannt, die Marianistenschwestern, die Marianisten – bemühen sich heute auf allen Kontinenten, dem Erbe des Stifters „schöpferisch treu“ zu sein.
Die Seligsprechung W. J. Chaminades am 3. September 2000 ist für alle seine Jüngerinnen und Jünger ein Ansporn und eine große Freude.

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